Totgesagte leben länger

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Diesmal die gute alte Tabelle als Designwerkzeug in Webseitenlayouts.

"Und es begab sich also zu der Zeit, zu der NetObjects Fusion und Frontpage sich aufmachten Jederman ein mächtiges Design-Werkzeug in Form eines wysiwyg-Editors an die Hand zu geben."
So oder so ähnlich könnte man den Beginn des Siegeszugs der Tabelle als Layoutwerkzeug der vergangenen Jahre beschreiben.

Tabellen waren schick und das nicht nur bei Nutzern der oben genannten Werkzeuge, sondern auf breiter Front. Mit Tabellen ließen sich Webseiten erstellen, die in fast allen Browsern gleich aussahen. Die Positionierung der Inhalte, die Festlegung verschiedener Hintergrundfarben und eine einfache Festlegung der Breite verschiedener Webseitenabschnitte, waren nur ein paar der Argumente, die gerne im Zusammenhang mit Tabellenlayouts genannt wurden.
Nach und nach vollzog sich dann die Zeit des Umbruchs. Die Trennung von Design und Inhalt, ausgelagertes CSS und flexibles Webdesign gaben den Startschuss im Kampf um die pixelgenaue Umsetzung von Designvorlagen. Sahen Webseiten im Tabellenlayout fast überall gleich aus, mussten sich Webdesigner und Entwickler nun mit der Umsetzung von CSS für verschiedene Browsern anfreunden. Standardvorgaben wurden zwar von einer Reihe von Browsern unterstützt, aber der allseits beliebte und in der Masse sehr verbreitete IE, hatte da auch noch ein Wörtchen mit zu reden. Und diese Worte waren eine ganz eigene Auslegung von Standards, getreu dem Motto "Ich habe die Massen hinter mir, ich darf das".
Hacks und Anpassungsorgien an die einzelnen Browserversionen waren die Folge und schreckten lange Zeit nicht nur Hobbybastler davon ab, ihr liebgewonnenes Design mit Tabellen aufzugeben.
Die Einsicht, dass Tabellen dazu dienen eine tabellarische Zusammenstellung von Daten und Texten auszuliefern und nicht dem Layout von Webseiten, brauchte demnach eine ganze Weile. Begleitet zu dem von dem Umstand, dass der IE nun in einer neuen Version erschien, die sich mit ihrem eigenen Standard dem eigentlichen Standard annäherte. Damit verbunden waren wieder neue Hacks und Kniffe nötig, um angepasstes CSS zwar dem IE6, nicht aber dem IE7 zu präsentieren.

Und nun?
Nun kündigt sich mit dem Internet Explorer 8 eine neue Version des IE an, die in der Lage ist via CSS Inhalte in einer Tabellenform darzustellen. display:table und co hat zwar schon eine ganze Zeit lang Einzug in das CSS-Regelwerk gefunden, bis dato konnten Browser der Gattung IE allerdings wenig damit anfangen. Mit dem IE 8 wird es nun wieder möglich sein, das totgesagte Tabellenlayout mit den Anforderungen an ein semantisches Web und flexible Gestaltung sauber zu verknüpfen.
Ob man sich nun die neuen Möglichkeiten des Tabellenlayouts zu nutze macht oder auf die aktuell verwendeten Strukturierungen zurückgreift, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bis die Technik allerdings Einzug in größere Projekt findet, dürfte allerdings noch etwas Zeit ins Land gehen. Immerhin ist die Verbreitung des IE6 und des IE7 eine nicht zu verachtende Größe und der IE 8 steht erst in den Startlöchern. Alternativen wären zum jetzigen Zeitpunkt also wieder die Ausnahmen von den Ausnahmen, schön verpackt in einer Reihe von Ausnahmen für die jeweilige Version.

Angeregt durch
http://www.digital-web.com/articles/everything_you_know_about_CSS_Is_wrong/
http://www.webmasterpro.de/coding/news/2008/11/08/css-tabellen-fuers-web...

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